Projekt "HeVe"
Herausfordernde Verhaltensweisen von Menschen mit zugeschriebener geistiger Behinderung
Projektskizze
Verhaltensweisen von Personen, die wir als herausfordernd erleben, stellen in den verschiedenen pädagogischen Handlungsfeldern, insbesondere auch in der Schule, eine große Herausforderung dar. So werden bei der Befragung der Lehrkräfte im Rahmen des Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung (2024) Verhaltensweisen von Schülerinnen und Schülern mit 35 % als die am häufigsten genannte Herausforderung angegeben. Auch wird in Gesprächen mit Schulleitungen und Lehrkräften aus den sonderpädagogischen Schwerpunkten geistige Entwicklung und motorische Entwicklung immer wieder berichtet, dass herausfordernde Verhaltensweisen von Schülerinnen und Schülern ein sehr bedeutsames und belastendes Problem im Schulalltag darstellen.
Das Projekt 'Herausforderndes Verhalten' (HeVe) beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Problemen und Herausforderungen im Kontext solchen Verhaltens und zielt auf eine empirische Erfassung der (Problem-)Wahrnehmung von pädagogischen Mitarbeitenden. Hierfür wird ein Forschungsprozess in drei Strängen initiiert, der verschiedene methodische Zugänge zur Problemstellung ermöglicht.
Qualitativer Stang: Interviews (aktuell) und Gruppendiskussionen
Dieser Strang des Projekts sieht zwei Formen der Datenerhebung vor, die jeweils mit pädagogischen Mitarbeitenden an Schulen der Förderschwerpunkte Ganzheitliche Entwicklung/ Körperlich-Motorischen Entwicklung in Rheinland-Pfalz durchgeführt werden.
Im Rahmen der Interviewstudie liegt der Fokus auf der Erfassung von konkreten Situationen, in denen herausforderndes Verhalten erlebt wird. Diese Situationen sollen beschrieben, interpretiert und reflektiert werden. Außerdem wird die Bedeutung bzw. Auswirkung solcher Herausforderungen auf persönlicher/ emotionaler/ gesundheitlicher/ professioneller Ebene thematisiert.
Als weiteres Element des qualitativen Strangs werden Gruppendiskussionen durchgeführt. In Ergänzung zu der Interviewstudie werden hier ganze Klassenteams befragt, um Erkenntnisse zu ihren geteilten Erfahrungsräumen zu generieren.
Quantitativer Strang: Fragebogenerhebung
Mittels eines Fragebogens werden empirische Daten zur Wahrnehmung von herausfordernden Verhaltensweisen von Schülerinnen und Schülern aus der Sicht der pädagogischen Mitarbeitenden an Schulen der Förderschwerpunkte Ganzheitliche Entwicklung/ Körperlich-Motorischen Entwicklung in Rheinland-Pfalz erfasst. Hierbei stehen neben dem pädagogischen Umgang mit diesen Herausforderungen auch die Auswirkungen der empfundenen Belastung im Fokus.
Anwendungsorientierter Strang: Instrumentenentwicklung
Perspektivisch soll ein datenbasiertes Instrument entwickelt werden, das bei der Antwort auf die Frage nach dem 'Warum' und 'Wozu‘ von Verhalten eine Hilfestellung darstellen kann, um dadurch zukünftig pädagogisches Handeln zu erleichtern. Diese Entwicklung erfolgt in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Maschinelles Lernen (Prof. Dr. Kloft) der RPTU in Kaiserslautern.
Möglichkeit zur Mitarbeit für Studierende
Im Rahmen einer Vorstudie ist die Durchführung von Interviews mit pädagogischen Mitarbeitenden an Schulen der Förderschwerpunkte Ganzheitliche Entwicklung/ Körperlich-Motorischen Entwicklung in Rheinland-Pfalz geplant.
Hierzu suchen wir Studierende, die nach einer internen Schulung Interviews anhand eines Leitfadens durchführen und aufbereiten, um im Rahmen des Freien Workloads (M4b) Leistungspunkte zu erarbeiten. Weitere Informationen finden Sie hier: Rahmenbedingungen Interviewstudie im Freien Workload
Sofern Sie an einer Mitarbeit Interesse haben, kontaktieren Sie bitte die Projektbeteiligten.
Der Themenbereich kann auch im Rahmen von Masterarbeiten bearbeitet werden. Sprechen Sie uns diesbezüglich gerne an.