Ikou! Besuch japanischer Studentinnen in Landau
Ein Bericht von Stefanie Bär und Rita Trauth (RPTU)
Das Austauschprogramm zwischen der Takasaki University of Health and Welfare und der RPTU fand vom 12. September bis zum 19. September 2025 statt. Im Rahmen dieses Projekts besuchte Mr. Bunya Suzuki zusammen mit 8 japanischen Studentinnen Landau, die RPTU und verschiedene Bildungsinstitutionen hier im Umkreis. Unsere japanischen Gäste konnten im Rahmen einiger Besichtigungen das deutsche Bildungssystem kennenlernen und brachten den Teilnehmenden auf deutscher Seite in anschaulichen Vorträgen und im Gespräch das Bildungssystem und die Lebensweise in Japan näher. Aus dieser transnationalen Perspektive wurden Ideen für eine ideale Schule entwickelt. Außerdem bot das Programm Raum für persönlichen Austausch und das Schließen von Freundschaften zwischen Studierenden der Takasaki University of Health and Welfare und der RPTU.
Am Freitag, dem 12. September 2025 landeten die japanischen Gäste in Deutschland. Die ersten Bekanntschaften mit Studierenden von deutscher Seite wurden schon am Wochenende bei einem Tagesausflug und einer Wanderung im Pfälzerwald geschlossen. Um das Wochenende ausklingen zu lassen sowie Mr. Bunya Suzuki und die Austauschstudentinnen nochmals willkommen zu heißen, wurde sonntagabends ein Kennenlerntreffen mit Dr. Ami Kobayashi (RPTU) im Café Cosmo veranstaltet. Anschließend besuchten wir gemeinsam mit den japanischen Studentinnen den Herbstmarkt. Wir flanierten durch die verschiedenen Essensstände, probierten typische Pfälzer Spezialitäten und nahmen an Aktivitäten teil. Besonders interessiert zeigten sich unsere Gäste an der deutschen Esskultur, vor allem an der regionalen Weinkultur. Traditionell wird in der Pfalz die Weinschorle oft aus einem Glas geteilt, ein Brauch, den wir den Studentinnen erklärten und gemeinsam erlebten.
Am Montag besuchten wir die Grundschule Süd Landau. Dabei erhielten die japanischen Studentinnen erste Einblicke in das deutsche Schulsystem. Der Tag begann um sieben Uhr mit einem Treffen im Lehrerzimmer, bei dem wir alle Mitarbeitenden kennenlernten und einen kurzen Überblick über die Schule sowie den geplanten Tagesverlauf erhielten. Die japanischen Studentinnen konnten wählen, in welchen Klassen sie hospitieren wollten. Im Verlauf des Unterrichts stellte die Studentin mir viele Fragen zum deutschen Schulsystem. Besonders überraschend war für sie, dass die Schülerinnen und Schüler sich im Unterricht frei bewegen und selbst entscheiden können, wo sie lernen, zum Beispiel auch auf dem Flur. Im Gegensatz dazu berichtete sie, dass in Japan der Unterricht meist frontal erfolgt und von den Schülerinnen und Schülern mehr Disziplin erwartet wird. Nach der Mittagspause trafen wir die Schulleiterin, die den japanischen Studentinnen bereitwillig Fragen beantwortete. Am Nachmittag nahmen wir an der Betreuung teil. Die japanischen Studentinnen boten einen Origami-Workshop an, der von vielen Schüler*innen besucht wurde, und allen Beteiligten viel Freude bereitete.
Am Dienstag stand ein Tagesausflug nach Kaiserslautern auf dem Plan. Der Vormittag wurde mit der Besichtigung des japanischen Gartens in Kaiserslautern und etwas Sightseeing verbracht; nachmittags folgte ein Besuch im Heinrich-Heine Gymnasium. Die Teilnehmenden wurden durch die Schulanlagen geführt und konnten so sogar den dort stattfindenden Japanisch-Unterricht besuchen.
Für unsere Gäste fand mittwochs und donnerstags vormittags ein Besuch in der Kita Villa Unibunt statt, um die Besichtigungen verschiedener pädagogischer Institutionen in Deutschland abzuschließen.
Am Mittwochnachmittag folgte ein Vortrag von Prof. Dr. Angelo Van Gorp, in dem er auf lebendige Art und Weise eine historische Perspektive auf die Architektur von Schulen eröffnete. Danach gab es dank informativer Vorträge der japanischen Studentinnen die Möglichkeit, das japanische Bildungssystem kennenzulernen. Eine anschließende Diskussion über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Bildungssysteme bildete die Grundlage für eine Gruppenarbeit, in der aus einer inter- und transnationalen Perspektive Visionen zu einer idealen Schule - „The School I’d like“ - entwickelt wurden. Abends hatten die Studierenden dann noch die Möglichkeit, das Weingut Wachner zu besichtigen. Ich (Rita Trauth) erläuterte ihnen den Weinbauprozess, stellte Pfälzische Rebsorten vor und gab einen Überblick über die regionalen Besonderheiten des Weinbaus.
Ein Vortrag von Prof. Dr. Lisa Rosen und Dr. Roman Lietz fand am Donnerstagnachmittag mit dem Schwerpunkt auf interkulturelle Bildung statt, bei dem vor allem ein reflexiver Ansatz im Kontext interkultureller Begegnungen im Mittelpunkt stand. Auch wurde an diesem Nachmittag an den Vorstellungen zur idealen Schule weitergearbeitet.
Am letzten gemeinsamen Vormittag besuchte Vizepräsident Prof. Dr. Oliver Frör alle Beteiligten und hielt in einem kurzen Vortrag die Wichtigkeit transnationaler Beziehungen sowie die Absicht, die Verbindung nach Japan in Zukunft aufrechtzuerhalten und zu intensivieren, fest. Außerdem wurden die Ergebnisse der Gruppenarbeiten präsentiert und gemeinsam über die vergangene Woche mit den vielen spannenden Eindrücken reflektiert. Das Fazit zur gemeinsamen Zeit fiel einstimmig positiv aus, denn alle Teilnehmenden konnten im Rahmen dieses Austausches ihren Horizont erweitern, neue Kontakte knüpfen und Einblicke in unterschiedliche Lebensweisen gewinnen. Und so endete eine aufregende und bereichernde Woche bei Brötchen aus der Mensa, bevor unsere Gäste aus Japan sich langsam wieder auf die Heimreise machten mussten.
Das Projekt wurde geleitet und organisiert von Prof. Dr. Angelo Van Gorp und Dr. Ami Kobayashi in Kollaboration mit Prof. Dr. Lisa Rosen. Auch für die Zukunft sind ähnliche Austauschprogramme geplant: So soll im April 2026 ein Besuch von Dr. Ami Kobayashi zusammen mit deutschen Studierenden an der Takasaki University of Health and Welfare in Japan stattfinden.







