Katja Bach
Allgemeine Informationen
Die Plätze für Masterarbeiten werden jeweils ab dem 01.05. für das darauffolgende Wintersemester und ab dem 01.11. für das darauffolgende Sommersemester vergeben. Bewerbungen, die vor dem Stichtag eingehen, können nicht berücksichtigt werden.
Bitte senden Sie mir Ihre Bewerbung per Mail zu. Diese sollte das ausgefüllte Formular zur Masterarbeit sowie einen Vorschlag für ein Thema beinhalten. Bitte beachten Sie bei der Themenauswahl meine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte.
Die Broschüre ImPossible mit Hinweisen zum Verfassen einer Abschlussarbeit finden Sie unter "Studium und Lehre" auf der Homepage. Sie sollte vorab gelesen werden.
Im Anschluss an Ihre Bewerbung erhalten Sie von mir eine Rückmeldung und ggf. einen Sprechstundentermin. Bitte beachten Sie: Die Anmeldung zur Sprechstunde stellt noch keine Zusage/Reservierung eines Betreuungsplatzes dar! Diese erfolgt ausschließlich durch eine direkte Zusage meinerseits innerhalb der Sprechstunde!
Masterarbeiten können nur während des Schreibsemesters betreut werden. Die Teilnahme am Masterarbeitskolloquium (Do 18-20) während des Schreibsemesters ist verpflichtend.
Zur Person
2011-2015 Bachelorstudium Erziehungswissenschaft sowie Deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln
Bachelorarbeit: Umgangsmöglichkeiten mit Depression aus kognitiv-behavioraler und systemischer Sicht: Ein kritischer Vergleich
2015-2018 Masterstudium Erziehungswissenschaft sowie Deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln mit dem Schwerpunkt Interkulturelle Kommunikation und Bildung
Masterarbeit: Zur Entwicklung des Sprachstands mehrsprachiger Kinder mit dem Fokus Deutsch als Zweitsprache. Eine Untersuchung zu unterschiedlichen Lernkontexten an drei Grundschulen
2017-2018 Tätigkeit am Mercator-Institut für Sprachförderung Deutsch als Zweitsprache, Abteilung Sprache und Profession
2023 Lehrauftrag Universität Koblenz Spracherwerb und Diagnostik
seit 2018 Tätigkeit an der RPTU Kaiserslautern-Landau (ehem. Universität Koblenz-Landau); Institut für Bildung im Kindes- und Jugendalter, Grundschulpädagogik
- Sprachliche Bildung als Teil von Diversität und Demokratiebildung
- Diagnose des (Zweit-)Spracherwerbs
- Translanguaging und sprachliche Vielfalt in heterogenen Klassen
- Lesekompetenz - Erwerb, Diagnostik, Förderung
- Reflexionskompetenz angehender Lehrkräfte
TriT - Transfer in Transit: Einblick in die sprachliche Bildung an weiterführenden Schulen
„[D]ie Beherrschung der Instruktionssprache Deutsch [ist vor allem] für den Bildungserfolg von mehrsprachig aufwachsenden Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungshintergrund in Deutschland zentral […]“ (Edele, Kempert, Stanat 2020, S. 152). Die sprachliche Bildung und Förderung zählen deshalb zu den Bildungsaufgaben der Schule. Lehrkräfte sind dazu angehalten, sprachliche Fähigkeiten zu diagnostizieren und individuell zu fördern, um Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit zu ermöglichen (vgl. KMK 2018; Stanat 2018/23). Um dieser elementaren Aufgabe nachzukommen, wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Studien zu und didaktische Konzepte für sprachförderlichen Unterricht vorgelegt sowie Diagnoseverfahren zur Erhebung des Sprachstands entwickelt (vgl. u.a. Gogolin, Lange 2011; Nguyen 2013; Dannenbauer 2002). Mit Blick auf weiterführende Schulen ist wenig zur Umsetzung von Sprachdiagnose und -bildung bekannt. der Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis Lücken weist zudem Lücken auf (Lipowsky 2019). Es existieren Studien darüber, welche Bedingungen zu einer Umsetzung im späteren Unterricht führen (vgl. Herold, Denner, Rittersbacher 2019). Interessant ist hier den Fokus auf die Lehrkräfte zu legen und sie zu fragen, weshalb sie bestimmte sprachförderliche/sprachbildende Aspekte umsetzen oder (noch) nicht und welche Bedarfe sie haben.
Forschungsziel istEin-Blick in die sprachliche Bildung an weiterführenden Schulen. Die Forschungsfragen lauten: Wie realisieren Lehrkräfte an weiterführenden Schulen Sprachdiagnostik bei zweitsprachlichen Lerner:innen und wie setzen sie Sprachbildung bei diesen um?“ Zudem relevant: Welche Bedarfe formulieren Lehrkräfte an weiterführenden Schulen in Bezug auf die Sprachdiagnose und die sprachliche Bildung bei zweitsprachlichen Lerner:innen?
DiLesa - Diagnostik der Lesekompetenz und -selbstkonzept angehender Lehrkräfte
Die Notwendigkeit einer fundierten, systematischen Leseförderung wird seit mehr als zwei Jahrzehnten postuliert. Die Forderungen Lesen zu fördern und zum Beispiel über den Einsatz von Lesestrategien eine Kompetenzsteigerung zu erzielen, ist unter anderem in den KMK-Standards festgelegt (vgl. KMK 2022). Auch wenn diese Forderungen verpflichtend in Rahmenplänen und Curricula integriert sind (vgl. u.a. Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur 2015), scheint sich die Lesefähigkeit der SchülerInnen nicht zu verbessern. Mit verschiedenen Initiativen, Fortbildungen und Programmen wie „BiSS-Transfer“, „Lesen macht stark“, „Lesestart 1-2-3“ oder dem „Leseband“ versuchen Ministerien und zum Beispiel die Stiftung Lesen Schulen und Lehrkräfte zu unterstützen und die Leseförderung voranzutreiben. In diesem Zusammenhang wird immer wieder deutlich, dass die professionelle Kompetenz von Lehrkräften eine zentrale Rolle spielt (vgl. u.a. Lotz, Lipowsky 2015)[LU1] . Um eine individuelle Förderung zu realisieren und um Unterricht sprachsensibel und adaptiv zu gestalten, bedarf es einer fundierten Diagnose der Lernausgangslage (vgl. u.a. Gogolin 2011). Wie sich die diagnostische Kompetenz von Lehrkräften gestaltet und wovon diese abhängt, wird in einigen empirischen Arbeiten untersucht (vgl. Artelt, Gräsel 2009). Es zeigen sich Zusammenhänge mit fachlichem und didaktischem Wissen sowie ein Unterschied zwischen ExpertInnen und LehramtsanwärterInnen (vgl. Streit, Rüde, Weber 2015). Aus diesen empirischen Erkenntnissen erwächst die Forderung, dass der Auf- und Ausbau der diagnostischen Kompetenzen einen höheren Stellenwert in der Lehramtsausbildung einnehmen muss, um LehramtsanwärterInnen auf diese Aufgabe ausreichend vorzubereiten und sie entsprechend zu schulen. Zudem sollen Lehrkräfte als Lesevorbilder fungieren. Welchen Stellenwert sie dem Lesen zuordnen und wie es um ihre eigene Lesekompetenz und ihr Leseselbstkonzept gestellt ist, wurde bisher kaum beforscht. Das Leseselbstkonzept ist jedoch mit der Lesekompetenz gekoppelt und ein positives Leseselbstkonzept wirkt sich positiv auf das Leseverhalten und damit die Vorbildfunktion von Lehrkräften aus.
Um an die beschriebenen Desiderate anzuknüpfen wurde ein Lesekompetenzseminar entwickelt, das die Diagnose und Förderung der Lesefähigkeiten in den Fokus rückt. Dies ermöglicht die Erweiterung des fachlichen, didaktischen und diagnostischen Wissens von Lehramtsstudierenden. Welche Bedeutung diese dem Lesen und der Diagnose der Lesekompetenz beimessen, soll ebenso betrachtet werden, wie ihre eigenen Lesefähigkeiten und ihr Leseselbstkonzept.
DL - Demokratie Literally
Schüler*innen zu kommunikationsfähigen Mitbürger*innen zu erziehen, die auf Basis ihrer Sprachhandlungskompetenz aktiv am gesellschaftlichen Leben partizipieren und dieses entlang demokratischer Leitprinzipien wie Chancengleichheit, Toleranz und Gerechtigkeit bewusst mitgestalten können, gilt als Querschnittsaufgabe von Lehrkräften (KMK, 2018, S. 2, 4–5, 8–9; Rellstab, 2021, S. 11). Im Rahmen dieses Lehrforschungsprojekts wurde ein Masterseminar für Grundschullehramtsstudierende entwickelt, welches Sprach- und Demokratiebildung verknüpft. Auf thematischer Ebene werden Diversitätsdimensionen und die mögliche Intersektion betrachtet. Den Studierenden werden auf didaktischer Ebene die Arbeit mit diversitätssensiblen Bilderbüchern und der Translanguaging-Ansatz präsentiert, um Sprach- und Demokratiebildung zusammenzuführen. Um angehende Lehrkräfte von einem rudimentären, technizistischen Selbstverständnis von Handlungskompetenz im Unterricht hin zu einem sprachbildenden, diversitätssensiblen Unterrichtshandeln zu führen, bedarf es zudem einer kritisch-reflektiven Auseinandersetzung mit didaktischen Umsetzungsmöglichkeiten (Hodaie, 2021, S. 54 –55; Rösch et al., 2020, S. 225–226; Bien-Miller et al., 2019, S. 143–146). Daher wird auf einer weiteren, die Profession betreffende Ebene, die Reflexionskompetenz der Studierenden auf Grundlage des reflective practitioners von Larrivee (2000) gefördert.
Es handelt sich um ein Pilotprojekt, innerhalb dessen über verschiedene methodische Zugänge Daten erhoben wurden (Fragebögen, Gruppeninterviews, Podcasts). Publikationen zu diesem Projekt sind in Vorbereitung (siehe auch Dissertationsprojekt). Zum Wintersemester 26/27 ist eine weitere Pilotierungsphase geplant.
Kooperation mit Michelle Gerber
Diskursive Anforderungen und sprachliche Handlungsformen in Bildungs- und Professionalisierungskontexten
Eine linguistisch-didaktische Untersuchung zu Diskursfunktionen, Textprozeduren und Reflexion (Arbeitstitel)
Kumulative Dissertation mit drei Beiträgen:
Lesbarkeit und Diskursfunktionen in Wirtschaftswissenstests - eine exemplarische Analyse
Katja Bach & Anja Wildemann
Um ökonomisches Wissen von Schüler:innen zu überprüfen, werden u.a. Wirtschaftswissenstest eingesetzt. Neben dem Fachwissen sind dabei sprachliche Fähigkeiten, vor allem Lesekompetenzen, in der Testsprache erforderlich, um die Aufgaben zu verstehen und letztlich zu lösen. Dies kann zu einer Verzerrung in der Performanz und im Testergebnis führen. In diesem Beitrag wurde exemplarisch für einen Test die Lesbarkeit mit der Lesbarkeitsformel Lesbarkeitsindex(LIX) überprüft und die Operatoren, als zentrale Diskursfunktionen auf der Makroebene (Vollmer, 2011), die sowohl für das Leseverstehen als auch für das Lösen von Aufgaben bedeutsam sind, analysiert. Diskutiert werden die Ergebnisse in Anlehnung an die PISA-Lesekompetenzstufen, da hier u.a. die Lesekompetenz von 15-Jährigen, also Schüler:innen, die sich ggf. am Übergang in eine Ausbildung befinden, erhoben wird. In der Analyse zeigt sich, dass verschiedene Diskursfunktionen und hierarchiehohe Lesefähigkeiten zum Verstehen der Testitems notwendig sind. An diese Erkenntnisse kann sowohl weitere Forschung als auch zukünftige Testentwicklung, vor allem hinsichtlich sprachbezogener Bias, anknüpfen.
Positionieren in reflektiven Podcasts – Potenziale für das wissenschaftliche Argumentieren
Katja Bach
Ausgehend vom Textprozedurenansatz untersucht die vorliegende Studie, welches Potenzial Podcasts als digitales Übungsformat und Medium zwischen konzeptioneller Mündlichkeit und Schriftlichkeit zur Übung wissenschaftlicher Schreibkompetenz in der Hochschullehre bieten. Es werden 21 Podcasts von Studierenden linguistisch analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass Podcasts in prozedurenorientierten Settings Möglichkeiten eröffnen, wissenschaftssprachliche Fähigkeiten zu erweitern.
(Daten aus dem Projekt Demokratie Literally)
Demokratie literally. „Das ist halt so eine Medaille umgedreht.“ - Lehramtsstudierende im reflektiven Prozess
Katja Bach, Michelle Gerber & Anette Jendrysik
Um Lehramtsstudierende auf die Querschnittsaufgabe Demokratiebildung vorzubereiten, wurde ein Masterseminar konzipiert, in dem Sprach- und Diversitätssensibilität als Teilbereiche der Demokratiebildung im Fokus stehen. Die Studierenden sollen die Studierenden auf den Weg zu reflective practitioners Larrivee (2000) gebracht werden. Die inhaltlichen Schwerpunkte werden didaktisch an den Translanguaging-Ansatz und die Arbeit mit Bilderbüchern angebunden. In einer Pilotstudie wurde erhoben, welche didaktischen Elemente die Entwicklung zum reflective practitioner unterstützen. Zusätzlich wurden die Studierenden nach ihrer Progression und Erfahrungen im Hinblick auf den Umgang mit Mehrsprachigkeit sowie Sprach- bzw. Diversitätssensibilität befragt. Der vorliegende Beitrag fokussiert erste Erkentnnisse zu den durchgeführte Gruppeninterviews.
(Daten aus dem Projekt Demokratie Literally)
Publikationen
Bach, Katja (2021): Rezension zu Monika Angelika Budde und Franziska Prüsmann: Vom Sprachkurs zum Regelunterricht. Übergänge bewältigen, ermöglichen, gestalten. Münster: Waxmann 2020. In: Grundschule Deutsch. Sprachsensible Aufgaben. Nr. 71, 3.Quartal 2021. Friedrich Verlag.
Vorträge
2025 - Demokratie literally. Das ist so eine Medaille umgedreht. (DocNet DaF/DaZ, Strobl)
2024 - Demokratie literally. Auf dem Weg zum reflective practitioner – Eine Untersuchung mit Lehramtsstudierenden (SDD, Mainz)
2024 - Transfer in transit. Ein-Blick in die sprachliche Bildung: Auszug qualitative Forschung. (DocNet DaF/DaZ, Strobl)
2021 - “Ein-Blick” in die sprachliche Bildung. Vorerhebung und weitere Perspektiven (Doktorandenkolloquium, Wien)
Fortbildungen und (Online-)Seminare
Lesekompetenz in der Grundschule: Diagnostizieren und Fördern in der Praxis (Friedrich Verlag GmbH, 2021)
Lesekompetenz in der Grundschule: Diagnostizieren und Fördern in der Praxis (Kreis Lippe, April und September 2022)
Basale Lesefähigkeiten in der Grundschule diagnostizieren und fördern (Kreis Lippe, 2023)
