Marcus Scheiber

Marcus Scheiber ist Diskurssemiotiker mit den Schwerpunkten kritische Diskursanalyse, Internetlinguistik, Multimodalitäts- und Antisemitismusforschung. Er begann seine akademische Laufbahn an den Universitäten Heidelberg und Bern sowie als Gastwissenschaftler und Dozent an der Universität Mumbai. 2018 erhielt er seinen Masterabschluss an der Universität Heidelberg mit einer Arbeit über Internet-Memes. Derzeit arbeitet er an einem Promotionsprojekt an der Universität Vechta und der Universität Wien, in dem er untersucht, wie das Kommunikationsformat von Memes für antisemitische Kommunikationsstrategien im digitalen Raum genutzt wird.

Link: decoding-antisemitism.eu

Workshop: Implizite sprachliche Muster erkennen und einordnen

In diesem Workshop werden zentrale Formen der sprachlichen Implizitheit im antisemitischen Diskurs analysiert. Die Teilnehmenden lernen, wie pragmalinguistische und diskursanalytische Zugänge dabei helfen, unterschiedliche Ebenen des Andeutens, Verschleierns und Umschreibens sichtbar zu machen.
Ziel ist es, zwischen expliziten und impliziten Formen antisemitischer Kommunikation sowie zwischen antisemitischen und nicht-antisemitischen Grauzonen differenzierter unterscheiden zu können.
Behandlung finden u. a. Strategien wie Entlastungsfragen („Cui bono?“), Projektionsmuster, Analogiebildungen, Täter-Opfer-Umkehr und kontextabhängige Doppeldeutigkeiten.

Parallel dazu erwerben die Teilnehmenden Grundlagenwissen zur Geschichte des Antisemitismus, seinen zentralen Konzepten (Stereotype, Narrative, Analogien) und den kommunikativen Strategien, mit denen diese Muster heute in digitalen Räumen zirkulieren.