Mascha Schmerling

Als Bildungsreferentin beim Zentralrat der Juden in Deutschland engagiert sich Mascha Schmerling aktiv in jüdischen und nicht-jüdischen Bildungskontexten. Sie koordiniert die jährlichen Fortbildungskonferenzen für Lehrkräfte des jüdischen Religionsunterrichts und der hebräischen Sprache. Gleichzeitig setzt sie sich maßgeblich dafür ein, dass pädagogische Fachkräfte und Entscheidungsträger im deutschen Bildungssystem die nötigen Strukturen zur wirksamen Bekämpfung von Antisemitismus aufbauen. Von 2020 bis 2024 verantwortete sie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Begegnungsprojekts „Meet a Jew“, dessen Vorgängerprojekt sie zuvor mitbegründ und ehrenamtlich geleitet hat.

Workshop: Unsichtbar normal? Jüdisches Leben und struktureller Antisemitismus in der Grundschule

Jüdisches Leben ist Teil unserer Gesellschaft, bleibt im Grundschulalltag jedoch häufig unsichtbar. Diese Nicht-Präsenz ist kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Routinen, in denen jüdische Perspektiven nicht mitgedacht werden – etwa im Umgang mit jüdischen Feiertagen oder bei der Terminierung von Leistungsüberprüfungen. Auch wenn im Religionsunterricht einzelne Aspekte zur Sprache kommen, bleibt jüdisches Leben meist außerhalb des schulischen Alltags. Diese Unsichtbarkeit steht in engem Zusammenhang mit strukturellem Antisemitismus, der auch in der Grundschule wirksam ist und häufig nicht als solcher erkannt wird. Häufig zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen den Wahrnehmungen jüdischer und nichtjüdischer Akteure und Beteiligter.

Der Workshop setzt an diesen Zusammenhängen an und untersucht, welche Bilder, Leerstellen und Normalitätsannahmen über jüdisches Leben in der Grundschule vermittelt – oder nicht vermittelt – werden. Ausgehend von Perspektiven jüdischer Kinder, Eltern und Fachkräfte sowie auf der Grundlage von Interviews, Forschungsergebnissen und Praxiserfahrungen werden zentrale Herausforderungen im Umgang mit strukturellem Antisemitismus herausgearbeitet und anhand konkreter Fallbeispiele diskutiert.