Matthias J. Becker

Dr. Matthias J. Becker ist Linguist mit Schwerpunkt auf Pragmatik, kognitiver Linguistik, Diskursanalyse und Social-Media-Forschung. Seit 2020 leitet er das internationale Projekt Decoding Antisemitism an der University of Cambridge und forscht seit 2025 am Center for the Study of Antisemitism an der New York University (NYU).

Workshop 1

Implizite sprachliche Muster erkennen und einordnen

In diesem Workshop werden zentrale Formen der sprachlichen Implizitheit im antisemitischen Diskurs analysiert. Die Teilnehmenden lernen, wie pragmalinguistische und diskursanalytische Zugänge dabei helfen, unterschiedliche Ebenen des Andeutens, Verschleierns und Umschreibens sichtbar zu machen.

Ziel ist es, zwischen expliziten und impliziten Formen antisemitischer Kommunikation sowie zwischen antisemitischen und nicht-antisemitischen Grauzonen differenzierter unterscheiden zu können.

Behandlung finden u. a. Strategien wie Entlastungsfragen („Cui bono?“), Projektionsmuster, Analogiebildungen, Täter-Opfer-Umkehr und kontextabhängige Doppeldeutigkeiten.

Parallel dazu erwerben die Teilnehmenden Grundlagenwissen zur Geschichte des Antisemitismus, seinen zentralen Konzepten (Stereotype, Narrative, Analogien) und den kommunikativen Strategien, mit denen diese Muster heute in digitalen Räumen zirkulieren.

Workshop 2

Multimodale Muster, Memes, Karikaturen und KI-Deepfakes

Der zweite Workshop konzentriert sich auf visuelle und multimodale Formen antisemitischer Kommunikation. Die Teilnehmenden lernen, wie sich Bild-Text-Relationen analysieren lassen und wie antisemitische Bedeutungen in Karikaturen, Memes, visuellen Tropen und KI-generierten Deepfakes transportiert werden.

Im Fokus stehen wiederkehrende figurative Muster, ikonografische Elemente, Persiflagen sowie die Funktionsweisen visueller Frames und digitaler Zirkulation.

Auch hier werden historische und gegenwärtige inhaltliche Konzepte antisemitischer Bildsprache aufgearbeitet und mit kommunikativen Strategien verknüpft, die diese Inhalte in sozialen Medien verbreiten, normalisieren oder humoristisch verschleiern.